Voice XML: Barrierefrei ist besser
geschrieben von Alexander Kales, 881 Views
Voice XML-Dienste ebnen Blinden den Weg ins Internet
Blinde Menschen sind im täglichen Leben stark benachteiligt. Und im Internet leider auch. Der Großteil der Internetseiten ist – obwohl unzählige Artikel zum Thema geschrieben worden sind – noch immer nicht barrierefrei. Screenreader – das sind Programme, mit denen sich Blinde die Internetseiten vorlesen lassen können – stolpern immer wieder über unsaubere Programmierung: über Tabellen, die nicht ausreichend beschriftet sind, über Grafiken, für die kein alternativer Text hinterlegt ist. Dabei gibt es schon seit einiger Zeit eine Technik, mit der auch Sehbehinderte ungehindert im Netz stöbern können: VoiceXLM, das Sprachrohr des Internets.
Mit dieser Scriptsprache wird das weltweite Datennetz zum virtuellen Gesprächspartner. Spezielle Voice-Dienste wandeln dabei "normale" Webseiten in klassische Sprachausgabe um. Jedoch nicht so stur wie die Screenreader, sondern richtig intelligent. Dafür ist es nötig, eine Internetseite in VoiceXML zu kodieren. Aber das Netz wäre ein schlechter Plauderpartner, wenn es nur schwatzen, aber nicht zuhören würde. Deswegen ist mit VoiceXML auch Spracherkennung relativ problemlos möglich.
VoiceXML erleichtert blinden Menschen nicht nur das Aufnehmen der Informationen, sondern auch den Zugang zu ihnen. Sie müssen dann nicht mehr mühsam über spezielle Braille-Tastaturen navigieren, sondern einfach per Stimme. Die Infosuche der Zukunft wird dann gesprochen: "Adresse: www.google.de – Suche: Fakten zu VoiceXML". Mit Sprachbefehlen wie "Vor", "Zurück" und "Aktualisieren" lässt sich der Browser ganz problemlos steuern. Doch nicht nur Sehbehinderte profitieren von der neuen Technik. Internetseiten können dann endlich auch vollwertig via Telefon oder Handy abgefragt werden. Barrierefreiheit bringt eben in jeder Hinsicht große Vorteile.
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