IP-Telefonie: Schluss mit Festnetz

geschrieben von Alexander Kales, 943 Views

IP-Telefone als Analog-Ersatz - geht das?

IP-Telefonie galt lange Zeit als Technik der Freaks, der Computerverrückten. Und die Scheu vor dem Plaudern übers weltweite Datennetz war durchaus begründet. Ohne großen Technikeinsatz und nicht weniger großes Technikwissen blieben die Lautsprecher stumm. Seit jedoch aus der Randerscheinung VoIP ein echtes Massenphänomen geworden ist, steht die IP-Telefonie dem Festnetzgespräch in Sachen Komfort kaum noch nach. Dennoch: Als vollwertiger Analog-Ersatz taugt die neue Technik nur bedingt – jedenfalls bislang.

Es ist die Registrierungsstelle für Telekommunikation und Post – kurz: RegTP, die der neuen Technik zum endgültigen Durchbruch verhelfen könnte. Denn bislang müssen Deutschlands IP-Telefonierer noch zwangsweise zweigleisig fahren. Wer bei der Telekom einen DSL-Anschluss – der zum Netzwerk-Quasseln ohne Zeitverzögerung nötig ist – ordert, muss eine Festnetz-Leitung dazubuchen. Die Regulierer sehen darin einen Verstoß gegen ihre Richtlinien und verlangen eine Trennung von Breitbandkabel und Kupferleitung. Ist diese vollzogen, sind fürs IP-Telefonieren fast alle Weichen auf Erfolg gestellt.

Doch eine weitere kleine Hürde bleibt vorerst: Aus Kostengründen haben einige VoIP-Anbieter nicht alle Ortsnetzvorwahlen für ihre Internet-Telefonnummern im Angebot. Der Gifhorner muss sich dann beispielsweise mit einer Hannoveraner Vorwahl begnügen. Oder lässt sich eine neutrale "032" vor die Nummer schalten. Echte Lokalpatrioten macht das ebenfalls nicht glücklich – da heißt es: warten.

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