VoIP Voice over IP: Sprachpakete auf Netzwanderschaft
geschrieben von Alexander Kales, 1647 Views
In den 1990ern war die IP-Telefonie in der - noch vergleichsweise kleinen - Internet-Szene in aller Munde. Man könne, hieß es, über das weltweite Datennetz rund um den Globus telefonieren. Lediglich Internet-Gebühren müssten bezahlt werden. Aber was war das schon im Vergleich zu den horrenden Kosten für Auslandsgespräche!
So schnell es laut wurde um die neue Technik, so schnell war es auch wieder still um sie. Doch 2004, auf der Cebit in Hannover, meldete sich das Voice-over-IP-Verfahren zurück - technisch wesentlich ausgereifter als noch vor knapp 15 Jahren.
Wer über digitales Telefonieren spricht, steht erst einmal vor einem Fachwort-Problem. Denn die Hersteller haben für (fast) ein und dieselbe Sache zwei Namen eingeführt: Die einen vermarkten Voice-over-IP-Lösungen (kurz VoIP), die anderen Internet-Telefonie.
Das Verfahren ist in beiden Fällen erst einmal identisch: Die großen Sprach-Datenmengen werden digitalisiert, in kleine Pakete zerlegt und über ein Datennetz versendet. Beim klassischen VoIP kann das Netzwerk theoretisch auch das klassische Heimnetzwerk sein, bei der Internet-Telefonie wird - wie’s der Name schon sagt - das weltweite Datennetz zur Telefonleitung. Die kleinen Sprach-Pakete werden schließlich auf der Empfängerseite wieder zu einem vollständigen Telefongespräch zusammengesetzt.
Doch je größer das Netzwerk, desto größer auch die Fehleranfälligkeit: Denn die Pakete wandern auf unterschiedlichen - und nicht immer kürzesten - Wegen durchs Datennetz zum Empfänger. Beim Internet-Telefonat Berlin-München macht ein Paket den Umweg über Paris, ein anderes über Yokohama. Klar, dass einige Pakete unterwegs verloren gehen. Oder in falscher Reihenfolge beim Empfänger ankommen.
Erst mit der modernen, schnellen Netzwerkhardware dieses Jahrtausends haben die Entwickler das Problem in den Griff bekommen. In den 1990ern klangen die Gespräche abgehackt, weil einzelne Silben auf immer in den Weiten des Internets verschwanden. Heutzutage lässt sich ein IP-Telefonat vom herkömmlichen Gespräche akustisch (so gut wie) nicht mehr unterscheiden.Boom
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